Dienstag, 3. März 2009

Neue Kongress-Homepage

In Kürze wird diese Blogspot-Adresse ihren Dienst erfüllt haben. Die offizielle Kongress-Homepage wird in den kommenden Tagen online gestellt. Dort finden sich dann das Programm und die Hinweise zur Anmeldung.

www.crossroads2009.de

An dieser Stelle allen EDV-Verantwortlichen ein herzliches Dankeschön!

Flyer werden in Kürze verschickt

Der Kongress-Flyer wird in Kürze verschickt. Interessenten melden sich gerne beim Institut für Missionswissenschaft:  imw@uni-muenster.de

Kooperationspartner

Der Kongress Crossroads wird von vielen Kooperationspartnern mitgetragen! Das Institut für Missionswissenschaft wird unterstützt durch:

Bistum Münster

Institut für Theologie und Politik, Münster

Katholisch-Theologische Fakultät der WWU Münster

Missionswissenschaftliches Institut, mwi, Aachen

Vereinte Evangelische Mission, VEM, Wuppertal

Missio Aachen

Missionsakademie Hamburg

Adveniat, Essen

Evangelisches Missionswerk, Hamburg

Evangelisches Missionswerk Südwestdeutschland, EMS, Stuttgart

Missionswissenschaftliches Institut, MWI, St. Augustin

Nordelbisches Missionszentrum, Hamburg

Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde, KSHG, Münster

Sonntag, 13. Januar 2008

Montag, 29. Oktober 2007

Die Idee zum Kongress

Crossroads

Christentümer in Bewegungen und Begegnungen
Christianities in Movements and Encounters
Cristiandades en Movimientos y Encuentros

Missionswissenschaftlicher Kongress von Mittwoch, 07.10.2009, bis Samstag, 10.10.2009,
an der Universität Münster, Fachbereich Katholische Theologie,
Institut für Missionswissenschaft


Mission und Missionswissenschaft haben in den letzten Jahrzehnten vielerlei Transformationen erlebt. Heute kann die Thematisierung von Mission an unserem eigenen, mitteleuropäischen/deutschen Kontext nicht mehr wie früher vorbeigehen, als man Europa noch als Zentrum der christlichen Welt sah, von dem aus man Mission in der Ferne organisierte und betrieb. Auch die Perspektive einer weltkirchlich-ökumenischen Partnerschaft, die allein in der Vorstellung der räumlichen Distanz-Überbrückung (Nord-Süd-Austausch, Entwicklungshilfe und Partnerschaften von Gemeinden bei uns und in der Ferne) von Mission sprechen konnte, als ob es nur um die entfernten Anderen ging, ist heute nicht mehr die einzige Sichtweise.

Gegenwärtig wird auch unser eigener Kontext als Missionskontext verstanden – und zugleich ist Weltkirche mit ihren religiösen, kulturellen und sozialen Herausforderungen längst in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zuhause. „Die in der Ferne“ sind uns durch vielfache Migrationsprozesse sehr nah gekommen. Die christlichen Migrationsgruppen aller möglichen Konfessionen und Ausprägungen begegnen unserem „traditionellen“ hiesigen Christentum als eigene Christentümer – in manchem vertraut und in manchem sehr fremd. Überspitzt formuliert kann man sagen, dass ein säkulares, nahezu sprachloses und immer unsichtbarer werdendes Christentum religiös ausdrucksstarken, emphatischen und expliziten Christentümern begegnet. Das eine Christentum ist bis zur Auflösung oder zur Unsichtbarkeit in säkularen europäischen Kulturen verwoben, in denen sich christliches Erbe verbirgt – die anderen Christentümer werden als Religion nachdrücklich sichtbar, nicht zuletzt in der Fremdheit und Abgrenzung zur uns umgebenden Kultur. Das eine Christentum ist aus der Auseinandersetzung mit der Aufklärung hervorgegangen, die anderen Christentümer leben auch aus den Quellen weltweiter Religionen und Traditionen.


Alle Christentümer sind in unterschiedlicher Weise in Bewegungen. Die einen sind heute vor allem in konkreten Prozessen der Migration in Bewegung geraten. Dabei verändern sie nicht nur ihren Standort, sondern sie transformieren sich auch im Zuge dieser Bewegungen. Ein anderes Christentum sieht sich nach langer vermeintlicher Stabilität mit einer Bewegung in die Diffusion konfrontiert. Nicht nur die Auswanderungsbewegung aus den Kirchen, sondern auch die kirchliche Unsichtbarkeit, die mit Prozessen der Selbstsäkularisierung einhergeht, verändert und bewegt das traditionelle mitteleuropäische Christentum.
Neben den Blick auf die Bewegungen der Christentümer fällt der Blick auch auf die Bewegungen, denen die Christentümer selbst ausgesetzt sind: globale Einflüsse, Veränderungen und Zwänge stellen die Christentümer weltweit vor unterschiedliche Herausforderungen. Migration ist kein binnenchristliches Phänomen, sondern erschließt sich nur unter Berücksichtigung der außerchristlichen, der global-gesellschaftlichen Bewegungsmomente, in die Christentümer hineingezogen sind. Je nach Standort und Selbstverständnis erleben oder erleiden Christinnen und Christen diese Bewegungen anders.

Weltkirche ist in die Prozesse von Globalisierung und Lokalisierung verwickelt. Die erste und die dritte Welt haben ihre geografische Definition teilweise eingebüßt. Überall gibt es erste und dritte Welt und überall gibt es Christentümer im Gepräge der ersten und der dritten Welt. Eine so „glokalisierte“ ökumenische Weltkirche verabschiedet sich immer mehr von der Vorstellung des „wir hier“ und „ihr dort“. Umso mehr ist an jedem Ort ökumenisches Lernen notwendig. Schließlich sind die Christentümer trotz ihrer Unterschiedlichkeit der übergreifenden Universalität ihrer Hoffnungen auf Heil im ganzheitlichen Sinn verpflichtet. Diese Hoffnungen auf Gerechtigkeit, Befreiung und Anerkennung sind überlebenswichtige Themen für das Zusammenleben aller Menschen. Dies verlangt die Bereitschaft, voneinander zu lernen und in der jeweiligen Nachbarschaftserfahrung die lokalen Herausforderungen und die globalen Bezüge und Abhängigkeiten zusammen zu denken und nach einer den Hoffnungen gemäßen Praxis zu suchen. Dabei begegnen sich die Christentümer nicht isoliert, sondern unter den Augen und den Interessen der Gesellschaften und ihrer Akteure, in denen sie existieren. Wenn die Begegnung der Christentümer, ihr ökumenisches Lernen angesichts ihres verbindenden universalen Hoffnungsanspruchs, missionarische Relevanz haben soll, dann müssen die Akteure der Gesellschaft in die Prozesse der Begegnungen einbezogen werden.

Kreuzungen, „Crossroads“, scheinen uns ein gutes Bild für die heutigen Situationen der Christentümer zu sein. Der Kongress „Crossroads – Christentümer in Bewegungen und Begegnungen“ will sich den daraus ergebenden Fragen stellen. Dabei soll eine Doppelstruktur helfen, der Breite der Fragestellung angemessen zu begegnen.
Zum einen sollen übergreifende Vorträge dazu dienen, die global-lokalen Situationen der Weltkirche darzustellen und sie vor der Frage nach den Zeichen der Zeit theologisch zu beurteilen. Hier kann und soll es vor allem um eine Darstellung der Identitäten und großen Transformationsprozesse gehen, die Christentümer auszeichnen und die sie global und lokal prägen.
Zum anderen sollen einzelne „Baustellen“ der Bewegungen und Begegnungen benannt werden, die in größeren Workshopzusammenhängen bearbeitet werden sollen. Die „Baustellen“ dienen der Operationalisierung der Themenstellung für überschaubare Reflexions-, Lern- und Handlungsfelder. Der Kongress wird bemüht sein, Freiräume zu schaffen, in denen die verbindenden Querschnittsfragen zwischen den Workshops erörtert werden sollen.